Sie planen eine Wanderung rund um Sankt Lambrecht? Sie sind hier richtig: Der Ort liegt mitten im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen, einer der ruhigsten Wanderregionen der Steiermark. Vom Vogeltenn 2 aus, wo unsere Pension direkt am Ortsrand steht, beginnen mehrere markierte Wege schon an der Haustür – die nächste Wandertafel steht keine 200 Meter entfernt. Wir leben seit Ende 2021 hier und sind in den letzten Jahren fast jeden Weg in der Umgebung selbst gegangen. Auf dieser Seite beschreiben wir fünf unserer liebsten Routen, eine pro Jahreszeit, plus eine ganzjährig gehbare Familienrunde. Sie reichen vom kurzen halbstündigen Spaziergang bis zur ausgewachsenen Tagestour mit über tausend Höhenmetern. Bei jeder Tour finden Sie Länge, Gehzeit, ungefähre Höhenmeter und einen ehrlichen Hinweis dazu, ob sie sich für Familien mit Kindern, ältere Gäste oder geübte Wanderer am besten eignet. Karten und genaue Markierungen besorgen Sie am einfachsten beim Tourismusverband Murau-Murtal oder kostenlos bei uns am Frühstückstisch.
Tour 1 — Stiftsrunde (ganzjährig, leicht)
Länge: 3,2 km · Höhenmeter: ca. 80 hm · Gehzeit: 50–70 Min · Eignung: Familien mit Kindern ab 4 Jahren, ältere Gäste, Anfänger
Diese kleine Runde startet direkt am Stift Sankt Lambrecht (vom Frühstückstisch bei uns sind es 900 Meter zu Fuss bis zum Stiftseingang) und führt am Stiftsteich vorbei in den Stiftswald hinein. Der Weg ist breit, kindergerecht und auch im Winter mit festem Schuhwerk gut zu gehen. Schöne Bank-Stellen mit Blick zurück auf den Stift gibt es etwa auf halber Strecke. Wer mag, schliesst die Tour mit einem Kaffee in einem der Gasthäuser am Hauptplatz ab.
Empfohlen wird die Runde das ganze Jahr über – im Frühling für die ersten warmen Sonnentage, im Herbst für das Laub im Stiftswald, im Winter wenn die Wege geräumt sind.
Tour 2 — Grebenzen-Höhenweg (Sommer / Frühherbst, mittel)
Länge: 8,5 km · Höhenmeter: ca. 320 hm · Gehzeit: 3–3,5 Std · Eignung: geübte Wanderer, Familien mit Kindern ab ca. 10 Jahren
Vom Skigebiet Grebenzen (zur Bergstation fahren Sie mit der 10er-Gondel auf 1.654 m hinauf, im Sommer geöffnet) führt ein gemütlicher Höhenweg über die Almwiesen mit weitem Blick auf die Niederen Tauern und – bei klarem Wetter – bis hinüber zum Hochschwab. Die Tour ist konditionell machbar, aber wettersensibel: Bei Gewittern oder Nebel bleiben Sie unten. Eine Einkehr in einer der Almhütten gehört dazu.
Wir empfehlen die Tour von Anfang Juni bis Mitte Oktober, mit Vorliebe an einem klaren Spätsommertag. Das ist – ehrlich gesagt – unser Lieblings-Wandertag. Marjolein nimmt das Fernglas mit, John schmiert die Brote, und am Abend sind wir alle müde und glücklich.
Tour 3 — Zirbitzkogel-Tagestour (Spätsommer / Frühherbst, anspruchsvoll)
Länge: 14 km · Höhenmeter: ca. 1.050 hm · Gehzeit: 6–7 Std · Eignung: geübte Wanderer mit guter Kondition; nicht für Kleinkinder
Der Zirbitzkogel (2.396 m) ist der höchste Berg der Seetaler Alpen und einer der Klassiker im Naturpark. Vom Wanderparkplatz Sabathy-Hütte oberhalb von Sankt Lambrecht steigen Sie über Almwege und Schotterpfade gemächlich auf, bis kurz unterhalb des Gipfels eine kleine Schutzhütte zur Pause einlädt. Oben angekommen, haben Sie an klaren Tagen einen 360°-Blick über die ganzen Niederen Tauern bis zum Dachstein.
Die Tour ist konditionell ernsthaft, technisch aber unschwierig. Festes Schuhwerk, mindestens zwei Liter Wasser pro Person und eine Wind-/Regenjacke gehören in den Rucksack. Beste Zeit: Mitte Juli bis Ende September, wenn die Almen offen sind und das Wetter stabil hält.
Tour 4 — Frauenalpe-Sonnenrunde (Winter / Frühling, leicht-mittel)
Länge: 5 km · Höhenmeter: ca. 180 hm · Gehzeit: 1,5–2 Std · Eignung: Familien, Spaziergänger im Winter (mit Schneeschuhen oder gewinterten Wanderschuhen)
Im Winter wird der Pfad rund um die Frauenalpe zu einem unserer Lieblingsspaziergänge. Der Weg ist meist gespurt, schattige Abschnitte werden zur kleinen Winterwanderung, sonnige Hänge sind Picknick-Pause-tauglich. Im Frühling, wenn der Schnee schmilzt, blühen am Wegrand schon die ersten Krokusse und Schneerosen – zwei Wochen später als unten im Tal, weil die Höhe es so will.
Empfohlen wird die Runde von Dezember bis Anfang Mai. Ein heißes Getränk in der Thermoskanne gehört dazu.
Tour 5 — Familienrunde Stiftsteich + Naturlehrpfad (ganzjährig, sehr leicht)
Länge: 1,8 km · Höhenmeter: ca. 30 hm · Gehzeit: 30–45 Min · Eignung: Familien mit kleinen Kindern, Kinderwagen-tauglich auf den meisten Abschnitten
Diese kleine Runde startet bei uns vor der Haustür, führt zum Stiftsteich, von dort über den beschilderten Naturlehrpfad zurück. An mehreren Tafeln gibt es Erklärungen zu Bäumen, Vögeln und zur Geschichte des Klostergartens – schön für Kinder im Volksschulalter, die unterwegs etwas zu lesen und zu suchen haben. Im Frühsommer hört man hier oft Buntspechte; Marjolein nimmt auch hier gerne das Fernglas mit.
Empfohlen wird die Runde das ganze Jahr – sie ist unsere Standardempfehlung für Gäste, die einfach kurz hinaus möchten, ohne Auto, ohne Vorbereitung.
Praktisches
Wanderkarten gibt es kostenlos beim Tourismusverband Murau-Murtal in der Murauer Innenstadt oder direkt bei uns – wir haben eine kleine Sammlung am Frühstückstisch liegen. Festes Schuhwerk ist auf allen Touren außer Tour 5 sinnvoll, ab Tour 2 aufwärts unbedingt nötig. Bei Tour 3 (Zirbitzkogel) prüfen Sie bitte die Wettervorhersage am Vorabend; bei instabiler Lage oder angekündigten Gewittern verschieben Sie die Tour einen Tag.
Wenn Sie bei uns übernachten, geben wir Ihnen am ersten Frühstück gerne unsere persönliche Empfehlung für den passenden Tag und die passende Tour. Das ist kein Marketing – das ist einfach das, worüber wir am Frühstückstisch sowieso reden.
Eine letzte Bitte: Halten Sie sich an die markierten Wege, lassen Sie nichts liegen außer Ihren Spuren, und respektieren Sie die Almtore und Weideflächen. Der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen ist ein bewirtschaftetes Stück Land, kein Themenpark – die Bäuerinnen und Bauern, die hier oben Vieh haben, sind unsere Nachbarn. Mit etwas Aufmerksamkeit hat jede Tour genau den ruhigen Charakter, den Sankt Lambrecht ausmacht.


